Die BRAK hat allen Softwareherstellern, also auch der Advo-web GmbH, eine Schnittstellendefinition zur Verfügung gestellt. Diese beschreibt die Funktionen, mit denen das beA in die Kanzleisoftware integriert werden kann. Allerdings existiert noch keine vollständige Fassung. Seit dem 18.03.2017 steht der Advo-web GmbH ein Testzugang zum beA-Schulungssystem zur Verfügung. Die Kernfunktionen wie Einloggen mittels Kartenlesegerät oder Softwarezertifikat sowie Senden und Empfangen von Nachrichten inkl. Anhängen konnten bereits erfolgreich implementiert werden.

Für die Anwaltschaft bedeutet die flächendeckende Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs vor allem auch eine Abkehr von der bislang üblichen papiergebundenen Arbeitsweise (Briefe, Schriftsätze, Papierakte), welche sich in aller Regel noch überkommener und zum Teil veralteter Technologien (z.B. Fax) bedient.

Spätestens mit Einführung der besonderen elektronischen Anwaltspostfächer (beA) und der sich daran anschließenden bundesweit verpflichtenden Nutzung wird es in den Anwaltskanzleien zu einer grundlegenden Umstrukturierung und Neuorganisation der Arbeitsabläufe innerhalb und auch außerhalb der Kanzlei kommen (müssen). Im Ergebnis wird dies in den kommenden Monaten und Jahren sukzessive zu einer allgemeinen Umstellung auf eine digitale Anwaltskanzlei führen.

Wenn Sie bisher noch “traditionell” arbeiten (Telefaxe, Briefe, Papierakte), sollten Sie sich angesichts der zukünftig verpflichtenden Nutzung der Anwaltspostfächer frühzeitig Überlegungen zu einer allgemeinen Umstellung auf eine elektronische “papierlose” Führung Ihrer Anwaltsakten anstellen. Da advoware schon seit vielen Jahren vielfältige Möglichkeiten für eine Digitalisierung der Schriftsätze und Dokumente bietet (Import aller gängigen Dateiformate in die elektronische Akte, advoscan, E-Mail, EGVP-Schnittstelle, PDF-Konverter, EDA-Mahnverfahren, digitale Diktate mit advovoice Digitales Diktat, Spracherkennungsdateien, …), müssen Sie sich hier keine Sorgen machen. Es ist lediglich erforderlich, alle in Papierform eingehenden Dokumente einzuscannen und zur Aktengeschichte zu speichern.

Für die neue beA-Schnittstelle sind darüber hinaus weitere Funktionen für die Optimierung der digitalen Kommunikationsprozesse in Vorbereitung:

  • Abbildung der individuellen Ordnerstrukturen des beA in advoware
  • Workflow-Unterstützung bei der Verteilung der abgeholten Dokumente in advoware (Speicherung der digitalen Dokumente im Dateisystem, Zuordnung zur Aktengeschichte). 
  • Versand und der Empfang von Nachrichten direkt aus der Aktengeschichte

advoware wird damit weit über die Möglichkeiten des beA-Webportals hinausgehen.

Für das Mahnwesen gilt: Die gewohnte Schnittstelle bleibt von der Abschaltung des bisherigen EGVP-Clients unberührt, da advoware im Rahmen eines Update einen 1:1-Ersatz, die Governikus Communicator Justiz Edition, integrieren wird. Diese Komponente ist als Drittprodukt im EGVP-Verbund registriert. Davon unberührt wird advoware natürlich so früh wie möglich auch hier einen direkten Zugriff auf das beA integrieren.